Psychodrama

Das Psychodrama von Jakob Levi Moreno und seine Methoden begeistern mich immer wieder und ich setze diese gerne in unterschiedlichen Kontexten ein.

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© Dagmar Morath

Was ist Psychodrama?

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte der Arzt Jakob Levy Moreno (1890 – 1974) in Wien und New York das Psychodrama und die Soziometrie als psychotherapeutisches Gruppenverfahren. Der Begriff Psychodrama wird abgeleitet aus den altgriechischen Wörtern „psychḗ“ für „Seele“ und „drā̃ma“ für „Handlung“.

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Es stellt eine handlungsorientierte Methode dar und ist heute in der humanistischen Psychologie eingegliedert. Es beinhaltet die Vorstellung, dass jeder Mensch seine Beziehungen und sein Leben in jedem Lebensabschnitt kreativ und aktiv gestalten kann. Damit findet dieser handlungsorientierte Ansatz in der Therapie, bei Schulungen, bei Supervisionen und in Beratungen in Gruppen sowie auch im Einzelsetting wunderbar Anwendung.

Die Instrumente

Die Instrumente des Psychodramas finden sich im Einsatz in Gruppen und als Variationen im Einzelsetting wieder. Hier ein kurzer Überblick:

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Die Bühne symbolisiert die Lebenswelt des Protagonisten, auf der er risikofrei sein Rollenverhalten ändern und kreativ handeln kann. Hier werden Gedanken, Fantasien und vergangene Erlebnisse realitätsnah umgesetzt, unterstützt von der Vorstellungskraft des Protagonisten und der Gruppe.

Der Psychodrama-Leiter lenkt den Verlauf einer Sitzung, begleitet den Protagonisten im Spiel, inszeniert die Handlung und unterstützt die Gruppe in Veränderungsprozessen mit therapeutischem Fachwissen.

Die Gruppe ist essenziell, da der Protagonist seine Konflikte durch sie ausdrückt, auch stellvertretend für andere. Psychodrama lebt von der Gruppendynamik. Gruppenmitglieder übernehmen Rollen und bieten Unterstützung durch Empathie und Feedback. Die Gruppendynamik wird genutzt, um Projektionen und Konflikte zu behandeln.

Der Protagonist ist Autor und Schauspieler in einer Person. Er bringt Konflikte auf die Bühne und spielt sie spontan, basierend auf seinem gegenwärtigen Empfinden, ohne Rücksicht auf Realitätstreue. So erlebt er sich selbst und andere aus verschiedenen Perspektiven.

Hilfs-Ichs sind Gruppenmitglieder, die im Spiel des Protagonisten reale Personen, fiktive Figuren oder Objekte darstellen. Sie sind entscheidend für die Schlüsselszenen des Protagonisten und sollten einfühlsam auf seine Gefühle reagieren können.

Techniken

Die Grundtechniken werden in vielen Variationen eingesetzt. die Basis dazu stelle ich hier in Kürze vor:

 

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Beim Rollentausch tauscht der Protagonist die Rolle mit einem Hilfs-Ich, um die Situation aus einer anderen Perspektive zu erleben, sein Verhalten zu beobachten und seine Gewohnheiten zu hinterfragen.

Beim Doppeln steht eine Person (das Doppel) nah beim Protagonisten und teilt in der Ich-Form die wahrgenommenen Empfindungen des Protagonisten mit, um unbewusste Gefühle zu erkennen und neue Erkenntnisse zu fördern. Dies erweitert Szenen und fördert ein tieferes Verständnis.

Beim Spiegeln verlässt der Protagonist die Bühne und betrachtet seine Szene, wie sie von Hilfs-Ichs dargestellt wird. Er kann Anweisungen geben oder seine Rolle kommentieren, um sein Verhalten aus der Distanz zu reflektieren und Einsichten zu gewinnen.

Für weitere Informationen und Konditionen nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf.

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